TAMERE-Studie
Die Idee zur TAMERE-Studie entstand aus einer einfachen Frage aus dem Praxisalltag:
Lässt sich ein strukturierter manueller Ansatz zur Schmerztherapie wissenschaftlich sinnvoll einordnen – und wie verhält er sich im Vergleich zu aktiver Therapie?
Gemeinsam mit Tobias Saueressig (Physio meets Science) entstand daraus über mehrere Jahre die TAMERE-Studie.
Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung vergingen rund 5–6 Jahre. In dieser Zeit standen nicht nur praktische Erfahrungen, sondern vor allem die wissenschaftliche Einordnung und die Frage nach reproduzierbaren Ergebnissen im Mittelpunkt.
In der Studie wurde eine klassische Exercise-/Übungsgruppe mit der Topisch Manuellen Schmerztherapie (TMST) verglichen.
Beide Gruppen zeigten eine Reduktion der Beschwerden.
Interessant war jedoch,
dass es in der TMST-Gruppe innerhalb der ersten drei Wochen zu einer vergleichsweise schnellen Schmerzreduktion kam.
Das bedeutet aus unserer Sicht nicht,
dass manuelle Therapie grundsätzlich „besser“ ist als aktive Therapie oder Bewegung.
Vielmehr könnte die Studie darauf hinweisen,
dass gezielte manuelle Schmerztherapie ein sinnvolles Werkzeug sein kann,
um Schmerzen zunächst zu reduzieren und Patienten wieder belastbarer für Bewegung und Alltag zu machen.
Ebenso interessant:
Nach der Interventionsphase näherten sich die Verläufe beider Gruppen wieder an.
Auch das erscheint plausibel.
Denn langfristige Belastbarkeit und Stabilität entstehen häufig nicht allein durch Behandlung,
sondern vor allem durch Bewegung, Alltag, Training und Eigenaktivität.
Die Ergebnisse der Studie verstehen wir deshalb nicht als Beweis für ein „Therapielager“,
sondern eher als Hinweis darauf,
dass moderne Schmerztherapie von einer sinnvoll kombinierten Zusammenarbeit profitieren könnte.
Vielleicht liegen Hands-on und Hands-off näher beieinander,
als die oft emotional geführten Debatten vermuten lassen.
Die TMST versteht sich deshalb nicht als Gegensatz zu Exercise oder aktiver Therapie,
sondern als ergänzender Bestandteil moderner Schmerzversorgung.
Unser Ziel bleibt dabei:
Schmerztherapie nachvollziehbarer,
reproduzierbarer
und patientengerechter zu gestalten.

Links:
• Veröffentlichung der TAMERE-Studie (JOSPT Open)
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